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Wenn der Tisch wieder still wird

Kennst du das, wenn das Essen eigentlich warm vor dir steht, aber die Gedanken noch überall anders sind? Eine Nachricht, ein kurzer Blick aufs Handy und der Moment ist schon wieder weitergezogen. Dabei liegt so viel Ruhe genau hier, am Tisch.

Vielleicht tut es gut, sich manchmal einfach wieder hinzusetzen und wirklich da zu sein. Manchmal liegt das Handy einfach neben dem Teller. Ganz selbstverständlich. Als würde es mitessen wollen. Eine Nachricht hier, ein kurzer Blick dort, noch schnell etwas nachsehen und plötzlich ist das Essen verschwunden, ohne dass man sich richtig daran erinnert.

Neulich habe ich das Handy bewusst im anderen Raum liegen lassen. Nur probeweise. Der Tisch war stiller als sonst. Ich habe das Besteck gehört, das leichte Klirren auf dem Teller, das Fenster war einen Spalt geöffnet. Essen ohne Handy fühlt sich anfangs ungewohnt an. Fast ein bisschen leer. Man greift automatisch daneben, merkt erst dann, wie oft diese Bewegung passiert. Aber genau in dieser kleinen Lücke entsteht etwas Neues: Ruhe.

Das Essen dauert plötzlich länger. Nicht, weil man langsamer sein muss, sondern weil niemand zieht oder drängt. Gedanken dürfen kommen und wieder gehen. Man schaut vielleicht aus dem Fenster. Oder einfach auf den Teller. Es geht dabei nicht um Regeln oder Verzicht. Niemand muss perfekt sein oder das Handy verbannen. Manchmal reicht schon eine Mahlzeit am Tag, in der es nicht dabei ist. Ein Frühstück. Ein Abendessen. Ein stiller Kaffee. Der Tisch wird dadurch wieder zu einem Ort. Nicht nur zum Sattwerden, sondern zum Ankommen.

Vielleicht probierst du es heute einmal aus. Leg das Handy außer Sichtweite. Setz dich hin. Atme kurz durch. Und dann iss einfach. Vielleicht merkst du, wie der Moment größer wird. Wie das Essen wärmer schmeckt. Und wie gut es tut, für ein paar Minuten nirgendwo sonst sein zu müssen außer genau hier, am Tisch.

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